Großer Erfolg für das MARS Center for Entrepreneurship und zwei unserer Gründungsteams: Die Start-ups Sapientec und LiberaZell erhalten die renommierte EXIST-Forschungstransfer-Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). In den kommenden zwei Jahren werden beide Teams mit jeweils rund einer Million Euro gefördert. Damit zählen sie zu den ausgewählten technologieorientierten Gründungsvorhaben Deutschlands, die auf dem Weg zur Marktreife unterstützt werden.

Sapientec: KI-gestützter Strahlenschutz im OP

Im Mittelpunkt des Vorhabens von Sapientec steht das KI-gestützte Assistenzsystem AI.Dos, das den Strahlenschutz für medizinisches Personal bei bildgestützten Eingriffen verbessern soll. Healthcare Professionals sind im Operationssaal täglich ionisierender Strahlung ausgesetzt. AI.Dos macht diese Belastung erstmals datenbasiert und situationsspezifisch nachvollziehbar.

Die von Sapientec entwickelte Lösung visualisiert Streustrahlung im Interventionsraum, berechnet die organspezifische Strahlenbelastung in Echtzeit und unterstützt die automatisierte Dokumentation. Durch die Kombination aus Sensorik, Echtzeit-Tracking und KI-gestützter Strahlungsmodellierung sollen Arbeitsschutz und Transparenz im klinischen Alltag verbessert sowie administrative Aufwände reduziert werden.

Zum Team von Sapientec gehören Patrick Schülein, Simon Thimm, Niklas Rettig und Mareike Matz-Kellner. Entwickelt wird die Technologie am Institute for Applied Artificial Intelligence & Robotics (A²IR) der Technischen Hochschule Mannheim unter Leitung von Prof. Dr. Marcus Vetter in enger Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg und klinischen Partnern.

LiberaZell: Schonende Lebensmittelkonservierung mit Druckwechseltechnologie

Das zweite geförderte Start-up, LiberaZell, entwickelt eine innovative Technologie zur Haltbarmachung von Getränken und anderen flüssigen Lebensmitteln. Ziel ist es, empfindliche Nährstoffe zu erhalten und gleichzeitig den Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Pasteurisierungsverfahren deutlich zu reduzieren.

Kern der Technologie ist die sogenannte Pressure Change Technology (PCT). Anstelle hoher Temperaturen nutzt das Verfahren moderaten Druck bei niedrigen Temperaturen, um Mikroorganismen und Enzyme zuverlässig zu inaktivieren. Dadurch bleiben mehr als 95 Prozent empfindlicher Inhaltsstoffe wie Vitamin C oder Carotinoide erhalten. Die Technologie eignet sich unter anderem für Säfte, pflanzliche Getränke und weitere hochwertige flüssige Lebensmittel und kann in bestehende Produktionsanlagen integriert werden.

Entwickelt wurde das Verfahren über viele Jahre unter der Leitung von Dr. Ana Lucia Vasquez-Caicedo. Zum Gründerteam gehören außerdem Dr. Daniel Cardenas, Dr. Timothej Patocka und Deborah Herdt. Mit der EXIST-Forschungstransfer-Förderung soll die Technologie nun weiter optimiert und für den industriellen Einsatz vorbereitet werden.

Starkes Signal für den Gründungsstandort Mannheim

Für MARS ist die Förderung ein eindrucksvoller Beleg für das Innovations- und Gründungspotenzial an der Technischen Hochschule Mannheim. Als Gründungszentrum der Hochschule begleitet MARS Start-up-Teams von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung mit individueller Beratung, Qualifizierungsangeboten, Netzwerkzugängen und praxisnaher Unterstützung.

Wir gratulieren den Teams von Sapientec und LiberaZell herzlich zu diesem herausragenden Erfolg und freuen uns darauf, beide Unternehmen auf ihrem weiteren Weg begleiten zu dürfen.